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Im BLOG werden Themen, die uns bewegen, beschrieben. Anschlussfähig an die Praxis, aber immer auch wissenschaftlich fundiert.

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    Schade, es wäre so schön gewesen – Tagung Architekturpsychologie in Weimar

    Weimar, was für ein geschichtsträchtiger Ort – bekannt durch Goethe, Schiller und natürlich die Weimarer Republik. Das wäre schon eine Reise wert gewesen. So gesehen, habe ich mich sehr gefreut, als Referentin für die Tagung der Fachgesellschaft für Architekturpsychologie, am 24. April 2021, eingeladen zu werden. Ein fachlicher Austausch unter Kolleg*innen findet ja für mich selten statt und deshalb sind Tagungen immer auch Orte der Inspiration. So und jetzt wieder alles retour, Corona hat uns wie schon so oft im letzten Jahr, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun heißt es auf der Website: „Die Tagung findet Corona bedingt als ONLINE Veranstaltung statt.“ Auch im online Format wird es die…

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    Ausflug zur Ausstellung „Boden für alle“ im Museumsquartier

    Das Museumsquartier ist ein besonderer Ort für mich als Stadtpsychologin. Sind doch Erinnerungen damit verbunden, die bis zur Anfangszeit der 2000er Jahre zurückreichen. Bevor alles losging, war das Museumsquartier ein verschlafener Ort, wo Menschen noch zu ganz niederen Zinspreisen wohnen konnten. Was gibt es Besseres als in der Innenstadt, in einem architektonisch historischen Gebäude zu wohnen und noch dazu nicht gestört zu werden? Diese Idylle änderte sich, als die Betreiber des Museumsquartiers begannen, das Areal zu beleben und Gastronomen in die Gebäude einzogen. Das plötzliche Leben überraschte die Bewohner*innen, die sich an die Ruhe gewöhnt hatten und es begann der organisierte Widerstand gegen Lärm, laute junge Menschen und die Gastronomie.…

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    Die Stadt zeigt genau jetzt ihr Potenzial

    Alexander Gutzmer von „metroscope – Stadt von Morgen“ interviewte die Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer-Rosinak für die Ausgabe #24: Traumatisiert Corona die Städte, erschienen am 28. Jänner 2021. Anbei ein Auszug aus dem Interview: Frau Ehmayer-Rosinak, Sie sitzen in Wien. Wie stark ist die Stadt Wien von Corona gebeutelt? Nicht stärker als andere Städte. Man hat hier aber den Eindruck, die Bundesregierung würde gegen das „rote Wien“ ankämpfen. Als wenn die Stadt per se ein Treiber von Corona wäre. Eine Wahrnehmung, die womöglich daher rührt, dass Städte immer auch etwas „Widerständiges“ haben. Und dies ist auch in ihrer kollektiven Psychologie verankert. Genau deshalb sprechen wir. Gibt es denn überhaupt so etwas wie eine…

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    Trauerarbeit im öffentlichen Raum

    Der Gedanke, über Trauerarbeit im öffentlichen Raum zu schreiben, beschäftigt mich schon seit sehr langer Zeit. Jetzt ist ein trauriger Anlass dazugekommen: Der Terroranschlag, der Anfang November 2020 in der Wiener Innenstadt vier unschuldigen Menschen und dem Täter das Leben gekostet hat. Eigentlich hatte ich mit dem Thema „Trauerarbeit“ etwas ganz anderes im Sinn. Nämlich darüber zu schreiben, dass zu wenig Trauerarbeit im öffentlichen Raum stattfindet, wenn ein größeres Stadtentwicklungsprojekt verhindert wurde. Je nachdem, welche Seite „verloren“ hat – entweder die Bevölkerung oder die Politik – bleibt bei den beteiligten Personen sehr oft eine seelische Narbe zurück. Wut und Trauer über den Verlust werden fast nie als kollektives Ereignis gemeinsam…

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    Gastbeitrag Petra Jens: „Cool ist, was verändert“

    Es ist ein warmer Septembervormittag. Wir sitzen an einem gedeckten Kaffeetisch, die Anrainerinnen und Anrainer, die Vizebürgermeisterin und ihr Team. Gruppen von Kindergartenkindern ziehen vorbei – ihr Ziel ist der kleine Park um die Ecke, auf dem es vor lauter Kindern nur so wuselt. Wir befinden uns in einer schattigen Nebenfahrbahn der Börsegasse im ersten Bezirk, einer von 18 temporären Coolen Straßen. Kurz vor Ende des Sommers diskutieren wir hier mit Anfangs sehr kritischen Bürgerinnen und Bürgern die Coole Straße. >> Video: Coole Straße Im Sommer 2020 durften hier für drei Monate Autos weder fahren noch parken. Stattdessen gab es dort Sitzbänke, eine Sprühnebeldusche und einen betreuten Container mit Spielsachen…

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    Nachlese: Dialog zum „Liquid Public Space“ Donaukanal

    Der Schwimmverein Donaukanal hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine traditionsreiche Kultur – das Schwimmen im Donaukanal – wieder aufleben zu lassen. Am 30. Juli 2020 war die STADTpsychologie eingeladen, über den „flüssigen“ öffentlichen Raum, restorative Environments und natürlich über die Beziehungen zum Donaukanal zu sprechen. Jeden Donnerstag im Juli 2020 gestaltete das Team rund um Amelie Schlemmer, Ana Mumzlade, Amanda Sperger und Fabian Ritzi vom Studio of Social Design der Angewandten, ein ambitioniertes Programm und lud verschiedenste Personen aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Schwimmpraxis zu Schwimmgesprächen. Gemeinsam mit der Urbanistin Christine Schraml war die STADTpsychologie Teil des dialogorientierten Schwimmgesprächs. Vom aktuellen „Aneignen“ des rund 850.000 m2 großen „Liquid…

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    Wann wurde das erste Testprogramm für den öffentlichen Dienst entwickelt?

    300 v. Chr. wurde für die Aufnahme in den öffentlichen Dienst wie auch für regelmäßige Leistungskontrollen in China ein Testprogramm entwickelt. Dieses wurde im Laufe der Jahrhunderte modifiziert, aber es blieb in China jedoch in seiner Grundstruktur bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Das chinesische Testsystem wurde von den Engländern für die Auswahl von Mitarbeitern für die East India Company übernommen, modifiziert, ins Heimatland gebracht und führte 1855 zur Einführung eines „kompetitiven Prüfungssystems für den öffentlichen Dienst in Großbritannien“ (Krohne & Hock, 2007, S. 11).  In der Psychologie hat der Einsatz von Testverfahren eine lange Tradition, wobei es lange Zeit um die Beurteilung individueller Merkmale und um die…

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    Der Canaletto-Blick und das Heumarkt-Projekt

    Rund 10 Jahre sind vergangen, seitdem die Entwicklung der beiden Liegenschaften „Wiener Eislaufverein“ und „Hotel InterContinental“ in die Aufmerksamkeit der Wiener Stadtbevölkerung rückte. Beide Institutionen sind aufgrund ihrer langen Tradition stark im Bewusstsein der Wiener Bevölkerung verankert. Die Projektbetreiber wünschten von Beginn an einen intensive Kommunikation mit der umliegenden Nachbarschaft und der interessierten Öffentlichkeit. Mit dieser Aufgabe wurde die STADTpsychologie in der Anfangsphase betraut. Um eine bestmögliche Kommunikation mit den interessierten und betroffenen Personen zu gewährleisten, wurde eine spezielle Vorgehensweise für dieses sensible Projekt entwickelt – die DIALOG_Ausstellung. Bei der DIALOG_Ausstellung konnten sich die Besucherinnen und Besucher persönlich über den aktuellen Projektfortschritt eine ganze Woche lang informieren. Ebenso war es…

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    Soziale Netzwerke als Krisenhelfer

    Es gibt verlassene Häuser und einsame Menschen. Häuser, um die sich keiner kümmert, verfallen. Menschen, um die sich keiner kümmert, sind besonders gefährdet. Es fehlt an emotionaler Unterstützung, praktischer Hilfe und gesundheitlicher Dienstleistung, kognitiver Unterstützung durch Informationen und Erfahrungswissen, Aufrechterhaltung sozialer Identität in Krisenzeiten und Vermittlung von wichtigen Kontakten. Soziale Netzwerke sind daher nicht nur gesund, sondern lebensnotwendig! Die psychologische Glücksforschung spricht ebenfalls seit mehr als zwanzig Jahren von der Bedeutung funktionierender sozialer Beziehungen. An oberster Stelle der Glücksbedingungen stehen medizinische Gesundheit und befriedigende Sozialkontakte. Was für den einzelnen Menschen gut ist, gilt auch für eine ganze Stadt und nennt sich „Resilienz“. Damit ist gemeint, dass Städte mit einem funktionierenden…