Sind Sie auch ein „Zuagraster“?

Falls Sie es nicht wissen sollten, der sogenannte „Zuagraste“ kommt aus den Bundesländern und steht im Gegensatz zum „echten Wiener“, der jedenfalls in Wien geboren sein muss. Typische Wiener Eigenschaften wie das „Raunzen“ oder das „Granteln“ können Sie sich aber natürlich auch als freundliche Landbewohner im Laufe der Zeit durchaus aneignen. Karin Schuh von der Tageszeitung „die Presse“ hat sich mit dem Phänomen der Zuwanderer aus den Bundesländern beschäftigt und dazu fundiert recherchiert. So erfahren wir aus dem Artikel, das nur 47% der WienerInnen auch in Wien geboren sind und jede/r sechste aus einem Bundesland kommt. Die meisten übrigens aus Niederösterreich.

Als Stadtpsychologin wurde ich nach den Gründen für einen Wechsel vom Land in die Stadt gefragt und um Erklärungen gebeten, warum Menschen in die Stadt gehen. Naheliegend sind Gründe wie Ausbildung und Beruf, dazu gehört aber auch das Entfliehen der sozialen Kontrolle, wie sie noch in ländlichen Gegenden vorherrscht. Man kennt sich einfach in der Nachbarschaft und nichts bleibt verborgen – das ist besonders für junge Menschen nicht einfach. Leicht ist ein Wegzug vom Heimatort in die große Stadt niemals, die Umstellung dauert doch immer eine ganze Weile.

Und was als soziale Kontrolle unangenehm erlebt wurde, dem wird in der Stadt manches Mal nachgetrauert: es fehlt das Gefühl, das jemand auf einen schaut, damit wir uns weniger alleine fühlen. Und so nehmen auch in der Stadt die Sozialkontakte wieder zu und man trifft sich mit ArbeitskollegInnen und FreundInnen, um der Anonymität der Großstadt wieder zu entfliehen.  Psychologisch ist das sehr gesund sind doch soziale Kontakte ein wesentlicher Beitrag zu einem gesunden und erfüllten Leben.

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