Studie EM 2008 und Wien

Was löst ein Großereignis wie die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Wien aus und wie wird dieses von der Bevölkerung wahrgenommen? Die STADTpsychologie ging diesen Fragen in einem selbst initiierten Forschungsprojekt auf den Grund. 


1 em08 _ ip_psIm Juni 2008 fand die 13. Fußball-Europameisterschaft erstmals in Teilen Österreichs und der Schweiz statt. Als Hauptaustragungsort fiel die Wahl auf das Ernst-Happel-Stadion in Wien, was der Stadt ein sportliches Großevent bescherte.

Das stadtpsychologische Interesse galt der Frage, was so ein Großereignis in der Stadt auslöst und wie es von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Die Wienerinnen und Wiener wurden drei Monate vor dem Turnier sowie vier Monate danach interviewt, damit Veränderungen der Einstellungen zum Fußball festgestellt werden konnten. Durch die qualitative Ausrichtung der Interviews hatten die Befragten viel Raum für ihre eigenen Antworten. Insgesamt flossen die Sichtweisen von 94 Personen in die Befragung ein, sodass ein aussagekräftiges Stimmungsbild der Wienerinnen und Wiener zur Fußball-EM eingefangen werden konnte.

0 em08 _ ip_psDie meisten Befragten nahmen kaum bleibende Veränderungen durch die EM 2008 wahr, lediglich die ohnehin geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 wurde als prägnant empfunden. Mit der EM verknüpfte Erwartungen sind ebenfalls nicht eingetroffen: erwartete Krawalle, Verunreinigungen und Verkehrsprobleme blieben weitgehend aus, doch auch der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung hat sich nicht eingestellt. Was die Einstellung zu anderen Kulturen betrifft, so lässt sich eine kurzfristige Verbesserung während der EM-Zeit verzeichnen, ein halbes Jahr später war diese wieder auf das ursprüngliche Maß zurückgegangen. Das Interesse am Fußball hat nach der EM ebenfalls wieder abgenommen. Die STADTpsychologie geht davon aus, dass mit einem besseren Abschneiden der österreichischen Mannschaft die Fußball-Europameisterschaft den Wienerinnen und Wienern nicht nur positiver, sondern auch länger in Erinnerung geblieben wäre.

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