Fairnesswochen 2025 – So geht faires Miteinander am Donaukanal
Wie gelingt faires Miteinander im öffentlichen Raum? Wer sich in Wien entlang des Donaukanals bewegt – zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Kinderwagen – kennt es: Es wird manchmal eng. Besonders an stark frequentierten und beliebten Stellen wie dem DOCK, der Spittelau oder der Summerstage treffen viele unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Genau dort setzt die Fairnesszone an: Blaue Bodenmarkierungen mit der weißen Aufschrift „FAIRNESSZONE“ erinnern daran, achtsam zu bleiben und Platz zu teilen.
Im Rahmen der Fairnesswochen Alsergrund im Mai und im September 2025 stand daher alles im Zeichen gegenseitiger Rücksichtnahme, urbaner Mobilität und Begegnung. In Kooperation mit zahlreichen Partner*innen wurde ein vielseitiges Programm entlang des Donaukanals gestaltet – mit Aktionen zum Mitmachen, Nachdenken und ins Gespräch kommen. Der Rückblick zeigt: Fairness ist keine Einbahnstraße, sondern ein Dialog.
Die Mobilitätsagentur Wien eröffnete die Fairnesswochen mit einem Geh-Café an der Friedensbrücke. Rund 90 Teilnehmer*innen spazierten gemeinsam zum Alsergarten, begleitet von persönlichen Anekdoten, wissenschaftlichen Inputs zur Geschichte des Donaukanals und Infos rund um die Fairnesszone. Ein stimmungsvoller Start, der bei Snacks und Getränken ausklang.
Parallel dazu gestaltete das Kinderbüro der Universität Wien beim DOCK ein kreatives Mitmach-Programm für Kinder und Jugendliche: faire Sofa-Gespräche, eine Fairness-Staffel und eine Tafel für ermutigende Zukunftsbotschaften luden zum Innehalten ein. Das Angebot stieß auch bei erwachsenen Passant*innen auf Interesse und besonders die handgeschriebenen Zukunftsbotschaften erfreuten sich großer Beliebtheit.
Am DOCK-Vorplatz veranstalteten die Mobilitätsagentur und die STADTpsychologie einen kostenlosen Rad-Check. Viele wurden durch die Plattform „Wien zu Fuß“ aufmerksam, informierten sich vor Ort, nahmen Infomaterial mit und ließen ihr Fahrrad durchchecken. Kleine Giveaways sorgten für zusätzliche Freude am Infostand.
Beim Projekt „Graffiti for Climate“ gestalteten Schülerinnen des BRG9 eine Wand nahe der Roßauer Lände. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad schaute persönlich vorbei. Daneben luden Geschwindigkeitsmessungen zum Mitmachen ein, wobei sich insbesondere Fußgänger*innen interessiert zeigten.
Mit viel Begeisterung bastelte eine Schulklasse Sockenpuppen aus alten Materialien, was nicht nur für Spaß, sondern auch für viele spontane Gespräche über Fairness sorgte. Ebenfalls am Programm: Yoga- und Pilates-Einheiten unter dem Siemens-Nixdorf-Steg – achtsame Bewegung, ganz im Sinne des Themas.
Der Schulsanitätsdienst des BRG9 einen Erste-Hilfe-Workshop an. Nachmittags organisierten JUVIVO und OMSi Glasergasse einen Aktionsnachmittag: Schüler*innen gestalteten Plakate, malten mit Kreide auf den Boden und führten Tempomessungen durch. Ihre Botschaften – etwa „Langsam fahren!“ – fanden Gehör, irritierten aber auch. Der öffentliche Raum zeigte sich hier vor allem auch als Diskussions- und Verhandlungsraum: ganz im Sinne der Fairnesswochen.
Beim „FAIRrückt“-Fest von JUVIVO wurde am Nachmittag gemeinsam gefeiert. Gleichzeitig lud die STADTpsychologie gemeinsam mit der Mobilitätsagentur zu einem besonderen Angebot an der Summerstage: Per stationärem Fahrrad konnten Besucher*innen virtuelle Radtouren durch Wien erleben und Aufgaben lösen. Trotz Regen herrschte reges Treiben und viele nutzten die Gelegenheit, sich auszuprobieren und sich über ihre Erfahrungen mit der Fairnesszone auszutauschen. Zusätzlich zu den erwähnten Kooperationspartner*innen gab es auch noch weitere Aktionen von Lillis Ballroom, dem Grätzllabor Alsergrund und der Gebietsbetreuung Stadterneuerung.
Zum Abschluss der Fairnesswochen im Mai sorgte ein Glücksrad an der Summerstage für Bewegung. Unter dem Motto „50 Schritte zum Gewinn“ wurden Neugierige zum Mitmachen animiert. Kleine Preise und ein Lächeln gab es dabei inklusive – ein verspielter Schlusspunkt für zwei ereignisreiche Wochen voller Austausch und Aktivität.
Von 12. bis 20. September stand erneut alles unter dem Motto „So geht faires Miteinander am
Donaukanal!“. Die zweiten Fairnesswochen 2025 boten dabei ein vielfältiges und buntes Angebot an Aktionen für alle Besucher*innen. Neu mit im Programm war beispielsweise ein ausgezeichnet besuchter Night-Run von PULSE Running. Auch die geführte Tour von Austria Guides For Future konnte mit dem Thema „Am schönen blauen Donaukanal“ bei den Donaukanalnutzer*innen punkten. Natürlich waren auch „altbewährte“ Highlights wie der Rad-Check von Fahrrad Wien und das Glücksrad von Wien zu Fuß wieder mit von der Partie. Gepaart mit einer breiten Auswahl an tollen Goodies und einem aufmerksamen Ohr der STADTpsychologie Dialogpartner*innen für Sorgen, Wünsche und Vorschläge zu mehr Fairness am Donaukanal, waren auch die Fairnesswochen im September 2025 ein voller Erfolg.
Die Fairnesswochen im Mai und im September haben den Donaukanal in eine Bühne für urbanes Miteinander verwandelt. Unterschiedliche Nutzer*innengruppen des Donaukanals kamen dabei ins Gespräch, wurden kreativ und überlegten ihre Gewohnheiten vielleicht ein wenig zu ändern. Nicht alle Programmpunkte verliefen wie geplant, doch gerade das zeigte: Fairness ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der Offenheit, Dialog, Flexibilität und Präsenz braucht!



