Über die Stadtpsychologie

Als ich vor vielen Jahren die Stadtpsychologie begründet habe, war es mir ein besonderes Anliegen, die betroffene Bevölkerung in Stadtentwicklungsprozesse öfter, früher und methodisch fundierter einzubinden. Aus der so genannten Bürgerbeteiligung sollte eine partizipative Stadtentwicklung für alle werden.


Bei den Stadtverantwortlichen wollte ich im Gegenzug das Bewusstsein wecken, dass Stadtentwicklung immer auch ein gruppendynamischer Prozess ist, der ebenso geplant werden muss, wie das städtebauliche Vorhaben.

Um unterschiedlichste Personen und Gruppen gezielt zu erreichen, wurden im Laufe der Jahre eigene Methoden und Werkzeuge entwickelt, die in einer Vielzahl von Projekten zur Anwendung kamen. Wissenschaftliche Basis bildet das organisationsdiagnostische Verfahren „Aktivierende Stadtdiagnose“ mit dem Städte und Gemeinden auf die „Couch“ gelegt werden können.

Mit der Gründung der STADTpsychologie als Unternehmen (2001) war der Anspruch verbunden, nicht nur eine wissenschaftliche Ideenfabrik zu sein, sondern die Methoden und Konzepte der partizipativen Stadtentwicklung sollten sich auch im Stadtleben bewähren. So entstand im Laufe der Jahre ein vielfältiges Tätigkeitsprofil zwischen Kunst und Planung, zwischen wissenschaftlicher Lehre und gruppendynamischen Planungsprojekten, beratend für Politik und Bevölkerung, vortragend in unterschiedlichsten Zusammenhängen. Personen die den Weg zur STADTpsychologie gefunden haben, waren immer etwas besonderes, weil sie ganz bewußt die Welt ein Stück weit nachhaltig, in einem positiven Sinne, verändern wollten.

Im Mai 2016 habe ich mich nach 15 Jahren Selbstständigkeit auf eine neue berufliche Erfahrung eingelassen: das Kennenlernen von politischen Abläufen und verwaltungsinternen Strukturen im 18. Wiener Gemeindebezirk. Als Büroleiterin der Bezirksvorsteherin von Währing bringe ich nun mein Wissen und meine langjährige Erfahrung in die Bezirksentwicklung ein.

Als freie Stadtpsychologin werde ich mich weiterhin dem Thema „partizipative Stadtentwicklung“ widmen. Denn nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass die wissenschaftliche Psychologie einen wesentlichen Beitrag für städtische Planungsprozesse leisten kann und zu besseren Ergebnissen für alle Beteiligten führt.

Dr. Cornelia Ehmayer-Rosinak